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Was ist eigentlich Erfolg? fragt das Medienmagazin Journalist in der Titelgeschichte seiner März-Ausgabe von 2o12 einige erfahrene Journalisten und kommt naturgemäß zu keinem Ergebnis, das sich formelhaft standardisieren ließe. Erfolg ist für jeden etwas anderes, und, wie wohltuend, nicht zwangsläufig an alphatierhafte Attitüden, an Positionen und Posten gebunden: „Auch inhaltliche Verantwortung kann in diesem Berufsfeld beglücken.“

Eben diese Verantwortung, die nicht ohne Bildung und Erfahrung beziehungsweise ohne das auskommt, was Prof. Michael Haller, bis 2o1o Direktor des Instituts für Praktische Journalismusforschung in Leipzig, als „professionelle Beherrschung von Handwerk mit Verstand und Augenmaß“ bezeichnet, ist es, die uns – die Macher von All die schönen Worte – treibt.

Wir sind Traditionalisten im besten Sinne des Wortes, sind ebenso solide, penible und seriöse Handwerker wie konstruktive Kommunikationsprofis, debattenfreudige Nach- und Querdenker und inspirierte Erbauer wehrhafter Textgebäude. Einerseits. Vor dem Hintergrund des Wandels im Journalismus erleben wir Qualitätsjournalismus mehr denn je als Beruf, als ehrbares Handwerk mit soliden ethischen Prinzipien und damit mehr denn je als buchstäblich kostbares Gut.

Gefragt sind Fähigkeiten, Ideen, Visionen, Zeit und das Wollen, sich immer wieder neu zu justieren. Überflüssig ist unseriöses Gehühner um Honorare  – und damit die Frage: Wie sieht Journalismus aus, der noch etwas wert ist? –, ist Klickhurerei, ist Trotteljournalismus, das gegenwärtige Urhebervertragsrecht.

Unsere jeweils spezifischen Qualifikationen und Kompetenzen ermöglichen ein umfassendes Portfolio, Details stellen wir Ihnen hier und gern im Gespräch vor.

ICH WEIß EIGENTLICH GAR NICHT MEHR, WAS DAS IST:

JOURNALISTIN

ANJA RESCHKE

 

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„So ein bißchen Bildung ziert den ganzen Menschen“

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Die September-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Brand eins
nimmt sich des Nicht-Wahlthemas Bildung an.
Gute idee, adsw hat schon darüber sinniert – zeitlos aktuell.

 

© Dominik Meissner | Flickr

Es war einmal, da hatten „Sprache und Moral“ eine zentrale Bedeutung in der Erziehung und, Achtung!, in der Selbsterziehung. Zugrunde lag keine elitäre Vorstellung von Bildung, sondern eine, die auf Chancengleichheit zielte. Heute sind es nicht nur die ganz Alten, die konservative Werte missen.

Benehmen, Gesundheitskunde, Suchtprävention: In Zeiten pädagogischer, politischer, kommunikativer und sonstiger Bankrotterklärungen wünscht sich eine „repräsentative Zahl“ von Deutschen, dass diese drei Themen hierzulande möglichst schnell Pflicht-Schulfächer werden mögen. Was heutige Eltern, deren Erziehungsstile sich zunehmend um narzisstische Überhöhung und sexuelle Gewalt erweitern, nicht mehr leisten können, sollen dann Lehrer übernehmen, die bereits als Anwärter keine Idee haben, wie man überhaupt ein guter Lehrer wird. Auf Spiegel online nennt ein engagierter Deutschlehrer-Ausbilder bündig zwei elementare Voraussetzungen: Bildung und Begeisterung.

„Ein Mensch, der wenig gelernt hat, ist wie der Frosch, der seinen Tümpel für einen großen See hält“, lautet ein Bonmot, „Bildung beginnt mit Neugierde“ ein anderes. Der deutsche Dichter Heinrich Heine (1797-1856) fand, dass „so ein bißchen Bildung den ganzen Menschen ziert“ und für Alexander Mitscherlich (19o8-1982), ebenso bekannter wie umstrittener Psychoanalytiker im Nachkriegsdeutschland, bestand diese Zierde aus drei Teilen: Sach-, Sozial- und Herzensbildung. Herzensbildung, wie hübsch! und fast antiquiert wirkend, da es heute alle Welt mit der Empathie hat. Wenn sie es denn hat, denn der Begriff Bildung wird zeitgemäß verengt auf Wissen oder, noch enger, auf Fachwissen. Indes: Wissen ist nicht Ziel von, sondern Weg zur Bildung.

Die sich nach Bestätigung eigener Gedanken sehnende Seele ankert immer mal wieder gern bei einem Essay des Bildungsforschers Prof. Dr. Jürgen Overhoff, Rheinisch-Westfälische Universität Münster, der vor einiger Zeit im Tagesspiegel die Frage stellte: „Was ist gute Bildung?“ [1]

Was ist gute Bildung?

Eine nach wie vor schöne philosophische Frage, die Suche nach einer Antwort lohnt mehr denn je. Nicht nur, weil mangels einer einheitlichen Definition des Begriffes Bildung (von althochdeutsch Bildunga = Schöpfung, Bildnis, Gestalt) dieser ziemlich variabel jeweils das bezeichnet, „was gesellschaftliches Nützlichkeitsdenken der Herrschenden gerade für wichtig erachtet“. [2] Sondern eben auch, weil er auf Wissen reduziert wird.

Eine Klammer, die sich in nahezu allen Theorien wiederfindet, aber scheinbar nicht mehr vermittelbar ist, ist das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen, zur Welt. Über die historische Bedeutung dieser „Kernkompetenz“ von Bildung, von guter Bildung gar, denkt der Historiker, Theologe und Philosoph Jürgen Overhoff nach. Er beginnt Mitte des 18. Jahrhunderts zu Zeiten der Aufklärung und somit vor Humboldts Rückgriff Anfang des 19. Jahrhunderts auf die humanistischen Ideale der Antike. „Dadurch werden zwangsläufig auch die ursprünglichen Bedeutungselemente dieses viel diskutierten Begriffs sichtbar,“ schreibt Overhoff.

Gute Bildung bestand demnach in einer möglichst umfassenden Welt- und Menschenkenntnis sowie im Beherrschen jener Umgangs- und Verhaltens-
formen, die es einem ermöglichten, „sich und Andern zum Glücke zu leben“ (Christian Fürchtegott Gellert). Der Weg zur Kenntnis der Welt und zu menschenfreundlichen Umgangsformen führte wesentlich über Sprache (ästhetische Spracherziehung, Förderung von Lese-, Analyse-, Argumentationskompetenz, logisches Schlussfolgern) und Moral.

Eine Persönlichkeit humboldtschen Formats

Auf solchem Fundament konnte dann, bei entsprechender Begabung, eine Persönlichkeit humboldtschen Formats reifen: ein Charakter mit Tugenden wie Toleranz, Empathie, Höflichkeit, guten Manieren, die allesamt unverzichtbar sind für lebenslanges Lernen, glückliches Wirken in der Gesellschaft und eine erfolgreiche Welterschließung.

Overhoff schließt mit der Überlegung, dass sich unsere Gesellschaft von diesem Bildungsbegriff mehrfach inspirieren lassen könnte. Zum einen frühestmöglich und dauerhaft dort, wo Bildungsprozesse sich in erster Linie vollziehen. Das sind und bleiben Elternhaus, Schule, Universität. „Zum anderen können und sollten wir uns … dazu anhalten lassen, wieder größeren Wert auf Moralerziehung und Charakterbildung zu legen, weil sie unverzichtbare Bestandteile eines gelungenen Bildungsprozesses sind.“

Dann mal los.


1 Overhoff J: Was ist gute Bildung? Tagesspiegel 01/04/2012

2 Hoffmann B: Medienpädagogik. Eine Einführung in Theorie und Praxis. Schöningh, Paderborn 2003