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„der Hobbit“ bringt den wahren ursprung des großartigsten aller spiele ans Licht.

Pünktlich zum ersten Advent ist an dieser Stelle mit einem Mythos aufzuräumen, der seit Jahrzehnten, nein Jahrhunderten hartnäckig aufrecht erhalten wird. Es gilt, die Golfhistorie zu korrigieren: Nix war’s mit dem keltischen Schäfer, der aus Langeweile mit dem krummen Kopf seines Hirtenstabs Steine in Karnickelröhren semmelte. Von wegen „Gowf“ in Schottland, „Kolf“ in Holland oder „Chole“ in Belgien und Frankreich, den angeblichen Vorläufern, aus denen die Schotten das Spiel entwickelten, wie wir es heute kennen. In Wahrheit nämlich wurde Golf in Mittelerde erfunden. Genauer gesagt: im Auenland, von den Hobbits. Jawohl!

Was John Ronald Reuel Tolkien schon 1937 wusste, als er seine Kinder-Schnurre „Der Hobbit“ niederschrieb, vermittelt Regisseur Peter Jackson in „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ dem ganz breiten Publikum; zum ersten Advent feiert der erste Teil des „Herr-der-Ringe“-Prequels seine Premiere im Free-TV.

Als Zauberer Gandalf mit seiner Zwergenriege den überrumpelten Bilbo Beutlin heimsucht, um ihn zur großen Queste einzusammeln; als „der Graue“ dabei am Beispiel des legendären Bandobras Tuk („Bullroarer Took“) die Wehrhaftigkeit der als bräsig verschrienen Auenländer preist, da lässt Jackson den Gandalf-Mimen Sir Ian McKellen wortwörtlich aus der Vorlage zitieren:

„Der griff die Reihen der Kobolde […] an und schlug ihrem König Golfimbul mit einer hölzernen Keule [„wooden club“] glatt den Kopf ab. Der Kopf aber segelte 100 Meter weit durch die Luft und fiel in ein Kaninchenloch. Und auf diese Weise wurde im gleichen Augenblick sowohl die Schlacht gewonnen als auch das Golfspiel erfunden.“

"Hobbit"-Kulisse Neuseeland (hier der Paraparaumu Beach Golf Club): in Wahrheit haben die Auenländer Golf erfunden. (Foto: Paraparaumu BGC)
„Hobbit“-Kulisse Neuseeland: Stierbrüller Tuk war der erste Golfer.

Nun kennen Sie die wahre Geschichte. So und nicht anders ist das gewesen. Bandobras aka Stierbrüller Tuk war der erste Golfer. Der Koboldkönig Golfimbul bzw. dessen Kopf gab dem Spiel den Namen.

Zwischenzeitlich hatte man historisch sogar schon Schweden unter Verdacht, als in Sigtuna, des Königreichs ältester Stadt, ein Stück Eisen gefunden wurde, das einem Schlägerblatt verdächtig ähnlich sieht und rund 1.000 Jahre alt sein soll. Aber es wurde nichts mehr davon gehört; und nun ist die Geschichte ja aufs Genaueste korrigiert. Zweifelsfrei natürlich.

Denn im Gegensatz zu der zeitlich und örtlich diffusen Schäfer-Mär aus Schottland liefert der penible Philologe Tolkien im „Hobbit“ auch Ort und Datum der Golf-Erfindung: Es begab sich nämlich zu der Zeit, dass Kobolde und Orks vom Berg Gram aus in Eridor einfielen und von einigen Hobbits unter Führung des erwähnten Bandobras Tuk auf dem Grünfeld gestellt und in „kopflose“ Flucht geschlagen wurden.

Im Jahr 1147 des Auenland-Kalenders war das, anno 2747 von Mittelerdes drittem Zeitalter. Also weit, sehr weit vor unserer Zeitrechnung. Und das Grünfeld zwischen den Flüssen Norbourn und Brandywein liegt nachweislich im Auenland, einer Parklandschaft, wie man sie sich lieblicher nicht vorstellen kann. Womit sich auch all das Gewese um Linksgolf als originäre Spielbühne erledigt hat. Und der berühmte Old Course in St. Andrews, dem seit Urgedenken das Etikett der Wiege des Golfsports anhaftet – an dem sie übrigens gerade architektonisch rumpfuschen, aber das ist eine andere Geschichte, hätte Tolkien geschrieben –, ist seinen Nimbus auch los: „Home of Golf“ ist endlich zu Hause angekommen.

Weihnachtszeit ist halt auch Märchenzeit.

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